Während der Rufaufbauphase ist noch nicht bekannt, ob die Medienströme innerhalb des LANs oder über die Telekom Plattform geführt werden. Daher findet bei jedem Telefonat über einen Telekom DSL Anschluss eine Bandbreitenprüfung statt und es kann sein, dass Telefonate abgelehnt werden, wenn alle Sprachkanäle belegt sind. Kommt ein Gespräch mit lokalen Medienströmen zustande, wird die Bandbreitenreservierung wieder aufgehoben, so dass lokale Gespräche einen neuen Rufaufbau nicht beeinflussen.
Quality of Service (QoS)
Telefoniebezogene Daten werden innerhalb des Telekomnetzes priorisiert übertragen. Damit dies funktioniert und es insbesondere beim Übergang vom LAN ins WAN/Internet nicht zu Verzögerungen kommt, die sich auf die Sprachqualität auswirken, müssen alle am Routing der Pakete beteiligten Komponenten QoS nach RFC2474 beherrschen. Das bedeutet konkret, dass die Endgeräte folgende DSCP Bits setzen müssen:
• für SIP Nachrichten: CS6 / 48
• für RTP Nachrichten: EF / 46
Alle Router im LAN bis hin zum Router, der den Internetverkehr bearbeitet, müssen diese QoS Einstellungen interpretieren und die Paketen gemäß der jeweiligen Klasse priorisieren. Dies gilt sowohl für Pakete, die vom Endgerät zur Plattform geschickt werden, aber auch für Nachrichten, die von der Plattform zurückkommen. Für interne Gespräche sollte QoS auch beachtet werden, wenn die Medienströme lokal innerhalb des LANs bleiben.
Die von der Deutschen Telekom für CPBX vertriebenen Endgeräte (IP Telefone und Router) sind bereits alle für QoS konfiguriert. Bei Nutzung des Desktop-Clients müssen allerdings Besonderheiten beachtet werden, die im Abschnitt „Systemvoraussetungen Desktop-Client für Windows“ beschrieben sind.
Sicherheitsaspekte für Sprachdaten
Bei Nutzung eines Telekom DSL Internetzugangs werden SIP und RTP Pakete in den Grundeinstellungen unverschlüsselt zur Cloud PBX Plattform gesendet. Wahlweise kann man pro Gruppe bzw. Standort im Administrationsportal Verschlüsselung einschalten.
Bei Nutzung eines nicht von der Telekom bereitgestellten Internetzugangs, ist ausschließlich verschlüsselte SIP und RTP Kommunikation möglich.
Das Verbindungskonzept der Cloud PBX sieht im einfachsten Fall direkte Verbindungen von den Endgeräten zur Plattform vor. Darüber hinaus gibt es weitergehende Sicherheitskonzepte wie z.B. Application Layer Gateways, die beim Übergang vom LAN zum Internet eingebracht werden können und eine dynamische Freischaltung der genutzten Ports erlauben. Da diese Geräte aber in der Regel aktiv in die SIP Kommunikation eingreifen, ist eine solche Lösung stark vom genutzten Produkt abhängig und erfordert eine individuelle Beratung.